So… nun also die Filme des Jahres. Das ist schwer. Zumal ich – obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe – nicht ALLE Fime dieses Jahres sehen konnte. Der wohl großartige “Thirst” lief sogar nur auf dem FantasyFilmFest in Köln, wo ich ja auch nicht war. Auch “Milk” ist mir leider durchgegangen…
Trotzdem hier meine Top 5 (Reihenfolge nicht beabsichtigt):
Slumdog Millionaire - der neue “Titanic”. Ob jeder der 8 (!) Oscars berechtigt war, ist mir mal egal. Der Film ist großartig! Eine Liebesgeschichte zum Einen, eine Gesellschaftskritik zum Anderen. Dazu tolle Bilder, wie man sie von Boyle gar nicht gewohnt ist. Der Film ist technisch rundum schön anzusehen und erzählt eine Geschichte, die ganz, ganz groß ist. Ein Film des Jahrzehnts!
The Wrestler - in einem Leserbrief, den der “Stern” abgedruckt hat, steht: “Dieser Film hat mich vom Kinosessel in die Leinwand gezogen, von Oben mit dem Amboss erschlagen und voller Emotion zurück gelassen.” Mehr kann man von Film nicht erwarten.
Gran Torino - die Wandlung von Komödie zu Drama ist fast nicht möglich. Dieser Film schafft diese Wende. Ohne, dass es auch nur eine Sekunde aufgesetzt wirken würde, findet er eine Schlussszene, die dramatisch ist, obwohl ihr eine Komödie vorausgegangen ist. Schachtelsatz vorausgegangen: toller Film, tolles Ende!
Inglourious Basterds - Ich war skeptisch. Ich bin kein Tarantino-Fan. Kill Bill 1 und 2 waren unerträglich. Aber Inglorius Basterds macht alles richtig, was ein Film richtig machen kann. Er lässt sich Zeit für die Figuren, er lässt sich Zeit für die Szenen, er lässt sich Zeit für die Geschichte – und löst dan alles auf. Und zwar sofort. Jede Figur. Jede Szene. Jede Geschichte. Timing!
Und jetzt der Fünfte?
Keine Ahnung.
Milk – wie gesagt, verpasst.
The Hurt Locker – eigentlich: Ja, weil er neu ist, quasi ein neues Genre des Kriegsfilms begründet
Frost/Nixon – guter Film, echt guter Film, mehr nicht
Doubt – ein guter Film, tolle Darsteller, aber das Thema geht mir ab
Avatar – NEIN! (siehe hier)
Das weiße Band – vielleicht, war extem gut. Aber die offene Art des Films missfällt mir. Wenn schon Moral, dann ich will ich richtig belehrt werden. Sprich: Wenn mir jemand die Welt erklärt, dann soll er es zu Ende tun.
500 Days of Summer – leider auch verpasst, ich steh ja auf “leichte” Filme (siehe “Juno” 2008)
EDIT: “Komödie des Jahres”, einfach weil dieser Film erwähnt gehört: The Hangover – die beste “Dümmlichkeits-Komödie” seit Verrückt nach Mary. Farrelly Brüder zieht euch warm an, es kommt Nachschub!
EDIT2: Auch Watchmen sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Mit Ausnahme der Burton und Nolan Batman-Filme und Sin City hasse ich alle Comic-Verfilmungen. Selbst die – objektiv wohl ganz guten – X-Men-Dinger kann ich nicht ausstehen. Watchmen dagegen hat was. Ein echt guter Film. Meiner bescheidenen Meinung nach kein toller Film, weil er zugunsten der Entwicklung der Charaktere – eigentlich eine positive Differenz zu sonstigen Comic-Verfilmungen – die Geschichte fast vergisst.
Hab ich einen Film vergessen? Kommentare erwünscht…
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