07
Feb
10

Zum Schluss – Empfehlungen…

Hallo zusammen.

Dieses ist – zumindest vorerst – der letzte Eintrag. Wie ihr wisst, war das ganze Projekt eine Uni-Pflicht, die mit dem Ende des Semesters jetzt auch erfüllt ist. Zum Schluss möchte ich aber noch eine Liste loswerden, die ihr euch alle zu Herzen nehmen solltet.  Hier kommt ein Liste von Filmen, die in jeder DVD-Sammlung stehen sollten:

almost famous; roadmovie, kate hudson, einer der besten filme zum rock’n’roll ende der 70er

nicht auflegen!; joel schumacher bringt tempo in einen film, der nur in einer telefonzelle spielt

donnie darko; fantasy, intelligente mischung aus sci-fi, drama, liebesgeschichte, horror und komödie

dogville; dogma-film, nicole kidman, sozial-kritisches und hartes dogma-theater-stück,

teil eins von lars von trier’s amerika-trilogie (nr. 2: „manderlay“), sehr gut !!!

eine leiche zum dessert; komödie, die von marpel bis poirot alle detektiv-filme persifliert

2001: odysse im weltraum; meisterwerk über das leben und die zeit, von stanley kubrick

das fest; dogma-film, über den fall einer familie („bester film aller zeiten“ laut kino-christoph)

vergiss mein nicht!; jim carrey, kate winslet, in meinem zweiten lieblingsfilm ! (nach DD)

city of god; ghetto-drama, sehr real, sehr hart, wahre lebensgeschichte des regiesseurs

bang boom bang; beste (neuere) deutsche komödie, die letzte rolle von dieter krebs

die unbestechlichen; mafia-klassiker mit sean connery, robert de niro und andy garcia

breakfast club; jugendfilm-klassiker, highschool-klischees treffen sich beim nachsitzen

lola rennt; von tom tykwer, zeitversetzer episoden-film, durchbruch für franka potente

go!; jugend-roadmovie, episoden-film, mit (der jungen und damals noch tollen) katie holmes

detroit; deutscher fernsehfilm, wohl in keiner videothek zu finden, falls doch: 01786115449

heimliche freunde – lawn dogs; modernes märchen, mit mischa barton (The O.C.), damals 9 jahre

tod auf dem nil; krimi-klassiker, buch: agatha christie; detektiv: hercule poirot

öffne die augen; spanisches „vanilla sky“-original, mit penelope cruz in der selben rolle

nichts zu bereuen; deutscher jugend-film, gedreht in wuppertal, mit daniel brühl und jessica schwarz

the big lebowski; komödie von den coen-brüdern („fargo“ ist eigentlich noch besser)

dr. seltsam oder wie ich lernte, die bombe zu lieben; komödie (die einzige!) von kubrick

thirteen days; thriller, um die kuba-krise 1962, mit kevin costner (bester realer thriller)

reality bites – voll das leben; jugend-film, erste mal regie für ben stiller, mit wynona rider

the others; horror, nicole kidman, sehr cooles ende; im einsamen dunkel zu hause gucken

ein fisch namens wanda; beste komödie aller zeiten (außer „eine leiche zum dessert“, s.o.)

jim carrol – in den straßen von new york; drogen-story nach einer wahren geschichte

modern times; industrialisierungs-kritik von charlie chaplin

hudsucker – der große sprung; komödie mit tim robbins von den coen brüdern, hommage an die großen screwball-komödien der 50er, großartige kulissen, toller film

mystic river; kindesmissbrauchs-drama, regie von clint eastwood, mit sean penn und tim robbins

natural born killers; comicartige medien-kritik von oliver stone, mit woody harrelson und juliette lewis

magnolia; klassischer episodenfilm über die frage, ob es zufälle gibt, regie: paul thomas anderson („there will be blood“), tolle darsteller, tolle story, lieblingsfilm nr. 3 !!!

memento; thriller der „rückwärts“ erzählt wird, erster film, der das versucht

einer flog übers kuckucksnest; klassiker von milos forman, mit dem jungen jack nicholson

the trueman show; jim carreys erste „ernste“ rolle, reality-tv auf die spitze getrieben

punch drunk love; adam sandlers erste ernsthafte rolle; von p. t. anderson („magnolia“)

es geschah am hellichten tag; das orginal mit heinz rühmann und gert fröbe, erster film der kindesmisshandlung thematisierte

fight club; bester film von david fincher („the game“, „sieben“), mit brad pitt und edward norton

clockwork orange; stanley kubricks gewaltstudie, sehr gewöhnungsbedürftig

psycho; hitchcock-klassiker, norman bates liebt seine mutter zu sehr

der mann, der zuviel wusste; hitchcock-klassiker, doris day singt „que sera, sera“

the great dictator; chaplin als hitler, drehbeginn 1937, als der krieg ausbrach, änderte chaplin spontan das drehbuch und hält am ende eine eindringliche reden für den frieden

der stadtneurotiker; unumstritten bester (alter) woody allen film; einziger (alter), den ich ertragen kann

nosferatu – eine symphonie des grauens (1923); klassiker, kinski und bruno ganz im remake

walk the line – jonny cash-bigrafie, mit reese witherspoon und joaquin pheonix (singen beide großartig)

million dollar hotel; bester wim wenders film, menschen im sozialen abseits erleben warhols 10min. ruhm

city lights – lichter der großstadt; chaplin verliebt sich in ein blindes blumenmädchen

die verurteilten; regie frank darabont, wie bei „the green mile“ nach einer geschichte von s. king; platz eins der top #250 bei imdb.com

21 gramm; unchronologisch erzähltes drama, fast episodenfilm, mit sean penn

matrix (nur teil 1); si-fi-action-film, dessen tricktechnik bahnbrechend und story genial ist

saw; gute story, schockende momente, horror-film der ein ganzes genre neu belebt hat

starwars – krieg der sterne (1-3); si-fi-klassiker, george lucas erzählt ein modernes märchen

citizen kane – drehbuch, regie und hauptrolle: „hollywoods wunderkind“ orson welles, damals 25, begründete ein „neues kino“, ohne das es heutige filme nicht gäbe

der pate; roman-adaption; francis ford coppola’s meisterwerk; marlon brando sorgt dafür, dass wir die mafia cool finden

when we were kings; box-doku über den „rumble in the jungle“, ali vs. foreman

der 11. september; doku zweier franzosen,die eigentlich nur die feuerwehr filmen wollten

der elefantenmensch; david lynch’s psycho-drama über eine zirkus-attraktion, einzig „nomaler“ lynch

armageddon; popcorn-action, von michel bay, kann sonst so nur john woo – da stört auch der 360-shot von bruce willis nicht

that thing you do!; das erste mal regie von tom hanks, über eine beat-band der 60er

spiel mir das lied vom tod; niemals zuvor (oder danach) wurde musik so mit film verknüpft

batman returns; tim burton erweckt eine futuristische stadt zum leben, super kulissen

schtonk!; komödie über die veröffentlichung der hitler-tagebücher im „stern“

ringu; horror; japanisches orginal von „the ring“; subtiler und dadurch noch spannender

la boum; kinderfilm; der grund, warum alle jungs in der 5. klasse in sophie marceau verliebt waren

breakfast at tiffany’s; der grund, warum alle heute in audrey hepburn verliebt wären, klassiker nach einem buch von truman capote

nosferatu – vampirische leidenschaft; b-movie, alyssa milano nackt !!!

stand by me – das geheimnis eines sommers; der film aller 11-jährigen jungs

zwielicht; sehr gutes gerichts-drama mit richard gere und edward norton

american history x; rassen-drama mit edward furlong („terminator 2“) und edward norton (“fight club”)

eine frage der ehre; demi moore sieht in weißer uniform verdammt sexy aus; jack nicholson hatte nur drei drehtage, die reichten um zu beeindrucken

goldfinger; bester bond-film, natürlich mit sean connery; mit gert fröbe als goldfinger

scream!; wes craven covert sich selbst; horror-klischees zugespitzt zu spannendem film; genial !

der totmacher; götz george als fritz haarmann (24 morde/1924), nur nach protokollen

romeo & julia; nach (fast) original-text, trotzdem modern; mit claire danes und leo “kreisch” diCaprio

departed; martin scorsese („taxi driver“) hat den oscar spätestens seit „casino“ verdient…

million dollar baby; …aber eastwood war im „aviator“ (scorsese) -jahr einfach besser

lost highway; david lynchs bester film, body-switch-geschichte; nur für leute, die filme auch mögen, die man nicht verstehen kann

Terminator II; besser als der erste; effekte, die man noch nie gesehen hat

der unauffällige mr. crown; film noir-hommage der coen-brüder; genial gefilmt

shut up & sing; dokumentation über die dixie chicks und den hass der amerikaner

bowling for columbine; doku über den amoklauf an einer us-schule; bester film von michael moore

vier frauen und ein mord; ms. marple im provinz-theater; mit margeret rutherford

there will be blood; 2. meisterwerk von paul t. anderson („magnolia“, s.o.), ein neuer „citizen kane“

juno; kanadische indi-komödie, am besten auf englisch gucken; toller soundtrack

shine a light; martin scorsese filmt ein rolling stones konzert in new york, 2006

persepolis; zeichentrick-film über ein mädchen im iran; nach autobiografischer comic-reihe

der krieg des charlie wilson; komödie erklärt die waffengeschäfte der usa mit afghanistan

Gute Nacht.

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25
Jan
10

Filmstarts im Februar

Up in the Air

Was im Trailer nach einer 08/15 -Romantic-Comedy aussieht, könnte die Komödie des Jahres werden. Sieben Golden Globe-Nominierungen, bekommt man üblicherweise nämlich nicht für Durschnittsware. Vielleicht der neue Juno?
Kinostart am 4.2.

Nine

Naja, ein Musical. So viel zum Soll, dagegen auf der Haben-Seite: Daniel Day-Lewis (!!!), Penelope Cruz, Nicole Kidman, Marion Cotillard, usw.
Wahrscheinlich schon wegen Day-Lewis einen Kinobesuch wert. Über dessen Schauspieltalent hat  Michelle Pfeiffer zuletzt gesagt: „Neben Daniel Day-Lewis sehen wir alle wie Scharlatane aus.“

Zeiten ändern dich

Bernd Eichinger produziert die Verfilmung der Bushido-Biogrfie. Würg. Warum bei einem solchen Projekt gestandene deutsche Schauspieler wie Hannelore Elstner und Moritz Bleibtreu (!) mitmachen, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Kritiken gibt es übrigens noch keine: Der Presse wurde der Film bis dato vorenthalten – ich glaub, ich weiß warum…

Valentinstag

Der Cast: Julia Roberts, Jessica Alba, Jessica Biel, Famie Foxx, Ashton Kutchen, Kathy Bates, Jennifer Garner, Patrick Dempsey, Queen Latifah, Topher Grace, Taylor Swift, usw…
Hoffentlich wird der Cast nicht so grausam verschwendet, wie zuletzt bei „Er liebt dich einfach nicht“ mit Drew Barrymore, Scarlett Johannsen und ähnlich vielen Stars.

An Education

Nach einem Drehbuch von Nick Hornby: Im Jahr 1961 lernt ein angepasstes Streber-Mädchen einen künstlerischen Freigeist kenn. Alles schon mal gesehen, aber Schauspieler und Drehbuch tragen diesen Film laut ersten Kritiken sehr gut. Bei uns ab dem 18.2. im Kino.

Invictus

Eine Mandela-Biografie mit einem Sportfilm zu vermischen ist ersteinmal gewagt. Wenn dann aber Clint Eastwood Regie führt, weicht die Skepsis schnell Vorfreude – schließlich hat Eastwood zuletzt auch das Kunststück vollbracht eine Komödie in ein Drama zu wandeln. Morgan Freeman und Matt Damon in den Hauptrollen klingt auch nicht schlecht. Kinostart am 18.2.

Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen

Regie-Legende Werner Herzog mach ein Polizei-Drama-Remake mit Nicolas Cage, Eva Mendez und Val Kilmer. Klingt nach ner Presse-Ente, aber den Film gibt es ab dem 25.2. wirklich bei uns zu sehen. Der „Stern“ hat mal über Nicolas Cage geschrieben, dass dieser wohl mit Dartpfeilen auf Drehbücher werfen würde, um seine Projekte auszuwählen. Und tatsächlich ist kaum zu erklären, warum Cage mal tolle Rollen („Wild at Heart“, „Face/Off“, „The Weather Man“) annimmt, nur um dann seinen Ruf mit Filmen wie „Next“, „Ghostrider“ oder den unfassbar schlechten „Das Vermächtnis…“-Filmen wieder zu ruinieren. Dieser hier könnte gut werden.

20
Jan
10

Golden Globes – ein (deutscher) Erfolg?

Guten Tag zusammen.

Es folgt eine kurzer Versuch der Erklärung, warum die Golden Globes ein reiner Reinfall waren:

Grund 1: AVATAR!
Ist das die Zukunft? Beste Regie? BESTER FILM? Noch nie hat sich die „Foreign Press Association“ als erfreuliche Erfrischung gegenüber der „wahren Academy“ hervorgetan. Man hat sich dort als „wichtigster Wegweiser für die Oscars“ eingerichtet und scheint mit dieser Rolle auch durchaus zufrieden zu sein. Auch sind vergleichsweise mutige Nominierungen wie „Little Children“,“A History Of Violence“ in den vergangenen oder „Precious“ in diesem Jahr mehr Augenwischerei als Realität, wenn man sich das Ergebnis dieses Jahres anschaut: AVATAR!!! Ich kann – wie wohl, und das ist das traurige, wie die meisten Mitglieder der Jury – nicht einmal halbwegs abschätzen, wie viel Regie in Avatar steckt. Vor welchem Computer saß Cameron selbst? Wie lange? Was soll der Blödsinn???
Bester Film: Avatar? NEIN! Die Geschicht ist so durchschnittlich, das können die Herren nicht ernst meinen….

Grund2: Meryl Streep

Hat die bisher zu wenig Golden Globes im Verhältnis zu ihren Nominierungens bekommen? Wie kommt man sonst darauf, ihr den siebten (!) GG für sonen Schwachsinn wie „Julie + Julia“ zu geben? Aber, sorry, vielleicht war die Konkurrenz auch zu schlecht: Sandra Bullock für „Selbst ist die Braut“ (den hab ich sogar gesehen!) zu nominieren, ist genau so schlimm, wie Julia Roberts für „Duplicity“ (den auch)…
Ok, Meryl Streep ist eine tolle Schauspielerin – ob ich sie mag oder NICHT. aber dieser GG ist trotzdem eine Unverschämtheit.

Grund 3: Die deutsche Presse

Ok, dafür können die Protagonisten nichts. Christoph Waltz und Michael Haneke sind Österreicher. Dass „Das weiße Band“ auch als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen geht, freut mich zwar, weil ich den Film sehr mochte, aber trotzdem ist das komisch. „Die Fälscher“ hat im vergangenen Jahr (oder ist das schon zwei Jahre her?) ja auch kein deutsches Medium herausgehoben.
Zu den merkwürdigen Zuordnungs-Konditionen zu Staaten lief auf weltraumaffe.de.tc zuletzt ne kurze Diskussion.

Noch kurz zum Positiven:
Michael C. Hall für „Dexter“ war mehr als überfällig. Hoffentlich nicht nur, weil es seine letzte Chance war. Gute Besserung.

Nochmal negativ: Herr Baldwin für „30 Rock“ schon wieder? Hab‘ die Serie angefangen, mochte sie nicht – das ist egal. Aber auch die Nominierten in der Kategorie sind besser: Steve Carell macht den Ami-Stromberg sehr gut und wer es von einem Akte-X-Ermittler auf einen Schriftsteller-Playboy schafft, hat den GG auch verdient. Auch (nicht einmal nominiert) Kevin Connolly für „Entourage“ hätte den Preis nach zahlreichen „Leergängen“ der letzten Zeit verdient. Alles traurig.

11
Jan
10

Filmstarts im Januar – da kommen noch Kracher…

Wie immer – Grund dafür ist übrigens der Oscar-Termin – ist bei uns zu Beginn des Jahres die Dichte an guten Filmen besonders hoch. Das gilt auch für den Rest des Januars…

A Serious Man

Nach „Burn After Reading“ haben sich die Coen-Brüder wieder einer Komödie gewidmet. Während sich „Burn After Reading“ sich als Verwechslungs-Komödie allerdings nahtlos in den Reigen der Coen-Klassiker „Fargo“ oder „The Big Lobowski“ einreihte, wird „A Serious Man“ wohl schwerer zu verdauen sein. Die Sinnsuche eines Juden liefert amerikanischen Kritiken zufolge schwarzen Humor, aber auch eine große Portion Tragik.

La Vida Loca

Die Beschreibung der Dokumentation über „die gefährlichste Gang der Welt“ verspricht einiges. Die Kritik bei filmstarts.de liest sich wie die Handlung von „City of God“ – nur, dass wir es hier eben mit echten Bildern zu tun haben.

Same Same But Different

Detlef Bucks Teenie-Liebes-Film kann man – wie zuletzt „Knallhart“ – wohl gucken, muss man wahrscheinlich – wie zuletzt „Knallhart“ – wahrscheinlich aber auch nicht.

New York, I Love You

Der quasi zweite Teil von „Paris,  je t’aime“ beinhaltet elf Kurzgeschichten, die alle in New York spielen. Die Regisseure sind diesmal deutlich unbekannter, abgesehen von Natalie Portman, die hier ihren zweiten Kurzfilm präsentiert. Die Qualität der Kurzfilme dürfte zwar wie in „Teil Eins“ etwas schwanken, aber das Ergebnis sollte trotzdem überzeugen.

Sherlock Holmes

Robert Downey Jr. und Jude Law als Holmes und Dr. Watson lassen aufhorchen. Guy Richie als Regisseur lässt qualitativ von grottenschlecht („Swept Away“) bis genial („Snatch“) so ziemlich alles erwarten. Der erste Trailer enttäuscht: Sieht nicht aus wie ein klassischer Krimi, sieht aus wie „Illuminati“.

03
Jan
10

Der Solist – Kritik

Inhalt: Das Internet boomt, die (amerikanische) Zeitungsbranche steckt in der Krise. Mitten in dieser schwierigen Zeit von Entlassungen und Existenzangst lernt der Journalist Steve Lopez zufällig den Obdachlosen Nathaniel Ayers kennen. Ayers spielt auf einer alten Geige Beethoven, seine Geschichte fasziniert Lopez, er beschließt, den Obdachlosen in seiner Kolumne zum Thema zu machen – „Homeless has the world on two strings“.

Kritik:„Nach einer wahren Geschichte“ ist oft schwierig in Hollywood. Auch hier basiert der Film eher wage auf der Geschichte des LA Times-Journalisten Steve Lopez. (Zum Beispiel ist die midlife-crisis der Filmfigur ziemlich frei erfunden, auch ist der echte Lopez weiterhin glücklich verheiratet.)
Authentizität ist im Film aber nicht immer ein Zeichen von Qualität, noch weniger gilt der Umkehrschluss, wie „Der Solist“ beweist: Ob die Geschichte so nun in der Realität stattgefunden hat, spielt keine Rolle, denn sie ist gut erzählt – das reicht.

Regiesseur Joe Wright (Abbitte; Stolz und Vorurteil) hat bereits bewiesen, dass er „schöne Bilder“ einfangen kann. Das gelingt ihm in „Der Solist“ eindeutig wieder. Minutenlange klassische Musik durch nur Großstadtbilder zu untermalen, ist nicht einfach, Wright gelingt dieses Kunststück, ohne das der Zuschauer sich langweilt. (Die „LSD-Trip“-Bilder während des Konzerts sind wohl geschmacksfrage.)

Besonders Jamie Foxx überzeugt in seiner Darstellung von Nathaniel Ayers. Nach seinem oscarprämierten Auftritt als Ray Charles in „Ray“ wohl die beste Leistung von Foxx. Aber auch dem vielgescholtenen Robert Downey Jr. nimmt man den (besorgten) Journalisten in der midlife-crisis immer ab.

Die große Stärke des Films ist aber die Gradwanderung am Abgrund zum Kitsch: Filmstarts.de (3 von 10 Punkten; eine Ohrfeige !) sieht den Film gar schon abgestürzt, der Wertung von MovieMaze (80 %) hingegen möchte ich mich im folgenden Fazit anschließen.

Fazit: Die Geschichte wäre leicht zu überzeichnen gewesen. Rührseelig inszeniert, wäre der Film aber gescheitert. Dass die Figur von Lopez auch zu Beginn der Geschichte eben kein „Schmierenjournalist“ ohne Skrupel ist, dass Ayers zum Schluss des Films nicht zum gefeierten Orchester-Star wird, all das muss man dem Film hoch anrechnen. Er erzählt eine stimmige und spannnende Geschichte, regt zum Nachdenken an und ist in tollen Bildern inszeniert. So wie er ist, funktioniert er. Punkt.
Die „Hollywood beutet auch noch Obdachlose aus“-Vorwürfe von Jan Hamm von Filmstarts.de und anderen Kritikern sind hingegen haltlos. Dass man die besondere Geschichte eines besonderen Obdachlosen erzählt und nicht die eines x-beliebigen Obdachlosen, ist wohl ein ziemlich alberner Vorwurf. Deshalb sehe ich die Probleme der 90000 anderen Obdachlosen von Los Angeles auch nicht ignoriert – im Gegenteil: Auch wenn man „nur“ Ayers Geschichte erzählt, lenkt man die Aufmerksamkeit auf die Problematik.

7 von 10 Punkten

(Habe die Wertung nocheinmal nach unten korregiert. Sind jetzt gute 7 von 10. Hatte mich etwas in Rage geschrieben 😉

28
Dez
09

top 5 für 2009

So… nun also die Filme des Jahres. Das ist schwer. Zumal ich – obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe – nicht ALLE Fime dieses Jahres sehen konnte. Der wohl großartige „Thirst“ lief sogar nur auf dem FantasyFilmFest in Köln, wo ich ja auch nicht war. Auch „Milk“ ist mir leider durchgegangen…

Trotzdem hier meine Top 5 (Reihenfolge nicht beabsichtigt):

Slumdog Millionaire – der neue „Titanic“. Ob jeder der 8 (!) Oscars berechtigt war, ist mir mal egal. Der Film ist großartig! Eine Liebesgeschichte zum Einen, eine Gesellschaftskritik zum Anderen. Dazu tolle Bilder, wie man sie von Boyle gar nicht gewohnt ist. Der Film ist technisch rundum schön anzusehen und erzählt eine Geschichte, die ganz, ganz groß ist. Ein Film des Jahrzehnts!

The Wrestler – in einem Leserbrief, den der „Stern“ abgedruckt hat, steht: „Dieser Film hat mich vom Kinosessel in die Leinwand gezogen, von Oben mit dem Amboss erschlagen und voller Emotion zurück gelassen.“ Mehr kann man von Film nicht erwarten.

Gran Torino – die Wandlung von Komödie zu Drama ist fast nicht möglich. Dieser Film schafft diese Wende. Ohne, dass es auch nur eine Sekunde aufgesetzt wirken würde, findet er eine Schlussszene, die dramatisch ist, obwohl ihr eine Komödie vorausgegangen ist. Schachtelsatz vorausgegangen: toller Film, tolles Ende!

Inglourious Basterds – Ich war skeptisch. Ich bin kein Tarantino-Fan. Kill Bill 1 und 2 waren unerträglich. Aber Inglorius Basterds macht alles richtig, was ein Film richtig machen kann. Er lässt sich Zeit für die Figuren, er lässt sich Zeit für die Szenen, er lässt sich Zeit für die Geschichte – und löst dan alles auf. Und zwar sofort. Jede Figur. Jede Szene. Jede Geschichte. Timing!

Und jetzt der Fünfte?

Keine Ahnung.
Milk – wie gesagt, verpasst.

The Hurt Locker – eigentlich: Ja, weil er neu ist, quasi ein neues Genre des Kriegsfilms begründet
Frost/Nixon – guter Film, echt guter Film, mehr nicht
Doubt – ein guter Film, tolle Darsteller, aber das Thema geht mir ab
Avatar – NEIN! (siehe hier)
Das weiße Band – vielleicht, war extem gut. Aber die offene Art des Films missfällt mir. Wenn schon Moral, dann ich will ich richtig belehrt werden. Sprich: Wenn mir jemand die Welt erklärt, dann soll er es zu Ende tun.
500 Days of Summer – leider auch verpasst, ich steh ja auf „leichte“ Filme (siehe „Juno“ 2008)

EDIT: „Komödie des Jahres“, einfach weil dieser Film erwähnt gehört: The Hangover – die beste „Dümmlichkeits-Komödie“ seit Verrückt nach Mary. Farrelly Brüder zieht euch warm an, es kommt Nachschub!

EDIT2: Auch Watchmen sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Mit Ausnahme der Burton und Nolan Batman-Filme und Sin City  hasse ich alle Comic-Verfilmungen. Selbst die – objektiv wohl ganz guten – X-Men-Dinger kann ich nicht ausstehen. Watchmen dagegen hat was. Ein echt guter Film. Meiner bescheidenen Meinung nach kein toller Film, weil er zugunsten der Entwicklung der Charaktere – eigentlich eine positive Differenz zu sonstigen Comic-Verfilmungen – die Geschichte fast vergisst.

Hab ich einen Film vergessen? Kommentare erwünscht…

20
Dez
09

R.I.P. Brittany Murphy

Gestern verstarb völlig überraschend Brittany Murphy im Alter von 32 Jahren. Als Todesursache wurde Herzversagen angegeben. Ihren Durchbruch feierte die Schauspielerin mit der Teenie-Komödie „Clueless“. Große Erfolge verzeichneten auch ihre Kassenschlager „Sin City“, „8 Mile“ und der großartige „Girl, Interrupted“ (dt. „Durchgeknallt“)

R.I.P.